Die alte Kaiserstadt Kyoto & Nara Park

Die alte Kaiserstadt Kyoto

Kyoto war früher über 1000 Jahre lang die Hauptstadt von Japan und ist nun das kulturelle Herz des Landes. Mit Hunderten von Schreinen und buddhistischen Tempeln, großartigen japanischen Gärten, kleinen alten Gassen und historischer Architektur ist die alte Kaiserstadt ein Highlight meiner Reise. Mit etlichen Sehenswürdigkeiten wird einem hier was für das Auge geboten. Allerdings ist man gerade beim prächtigen Kinkakuji-Tempel (auch „Goldener Pavillon“ genannt), dem Kiyomizu-dera Tempel, dem Bambuswald von Arashiyama oder den roten Toren des Fushimi-Inari-Schreins alles andere als allein. Am besten man ist sehr früh morgens oder abends unterwegs.

 

Ein besonderes Erlebnis war es, bei einer  traditionelle Teezeremonie dabei sein zu dürfen. Eine Teemeisterin führt dich durch jeden Schritt der Teezubereitung und verwendet dabei ausschließlich Tees höchster Qualität aus Japan. Man lernt außerdem die Etikette des Teetrinkens kennen. Das ganze hat etwas Meditatives an sich.

 

Für die Stadt sollte man mindestens 2 Tage einplanen, wir haben uns für einen Tag Fahrräder ausgeliehen und haben die Stadt so intensiver kennen gelernt.

Kiyomizu-dera Tempel

Der Kiyomizu-dera-Tempel, zu Recht einer der berühmtesten Tempel in ganz Japan. Das absolute Highlight ist die 13 Meter hohe Holzbühne, die einen Panoramablick über den Tempel mit dem Kyoto Tower im Hintergrund bietet. Der Blick von hier ist einfach phänomenal.

 

Die gesamte Anlage wurde Mitte der Neunziger zum Weltkulturerbe ernannt. Verschiedene Tempel, Pagoden, einen riesengroßen Gong und Schreine, egal, wohin man schaut. Auf uns hatte das alles irgendwie eine beruhigende Wirkung, und das, obwohl um uns herum viel Trubel herrschte. Dazu der tolle Blick auf Kyoto selbst. Wir gingen weitere Stufen hinauf, vorbei an einer 5-stöckigen Pagode, weiter in Richtung des Hondo. Der Hondo, das Hauptgebäude auf dem Gelände, ist ein riesiger Holztempel, gebaut auf 13 Meter hohen Holzstelzen an einer steilen Klippe gelegen. Das gesamte Bauwerk und Holzgerüst verfügt über keinen einzigen Nagel.

Goldener Pavillion (Kinkaku-ji)

 

 

Der "goldene Pavillion", liegt auf einem umzäunten Gelände. So wie man ihn heute sieht, wurde er Mitte der Fünfziger aufgebaut, nachdem ihn ein fanatischer Mönch 1950 anzündete und er fast komplett niederbrannte. Mitte der Neunziger wurde auch er zum Weltkulturerbe ernannt. Die oberen Etagen sind mit Blattgold umhüllt, besichtigen kann man ihn leider nicht.

 

Der Anblick des Pavillion ist schon der absolute Hammer: Der angelegte Kyokochi Teich mit den getrimmten Bäumen, Kiefern und kleinen Steininseln, im Hintergrund der goldene Tempel, der im Tageslicht glänzte

 

Danach gingen wir den Rundweg weiter, vorbei an Teehäuschen, durch den schön angelegten Park. Allerdings war hier wahnsinnig viel los, so dass wir nicht all zu lange dort blieben, aber menschenleere Plätze wird man in Japan sowieso kaum finden.


Nishiki Markt


Wenn man etwas authentisches, handgefertigtes kaufen möchte ist man auf dem Nishiki Markt genau richtig. Man findet dort lokale Spezialitäten, aber auch vor Ort hergestelltes Handwerk. Messer, Töpferware oder Teekessel, aber auch eingelegte Meerestiere, Gemüse, Süßigkeiten. Die Auswahl ist riesig und die Qualität hoch. Von außen ist es eine relativ enge überdachte Einkaufsstraße, dafür besitzt sie aber eine jahrhundertelange Tradition.

 

Wir verbrachten einige Zeit hier. Das Bestellen ist, wie überall in Japan, übrigens spielend leicht: Warenproben aus Plastik stehen meist in der Auslage am Eingang eines Restaurants, so dass man einfach auf das zeigen kann was man haben möchte.

Nara und seine heiligen Rehe

Der Nara Park ist von Kyoto aus leicht zu erreichen. Er ist ein populäres Naherholungsgebiet und ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Er wurde um 1300 angelegt und ist somit einer der ältesten Parks in ganz Japan. Der Eintritt in den Park selbst ist kostenlos, will man aber die Tempelanlagen oder Museen besuchen, zahlt man dafür extra.

 

Der zentrale Park von Nara ist eine weitläufige Grünanlage mit vereinzelten Bäumen und beherbergt viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, darunter das Nationalmuseum Nara, den Todai-ji Tempel und den Kasuga Taisha Schrein. Die Hauptattraktion für Besucher sind die zutraulichen Bewohner des Parks, die heiligen Sikahirsche, die selbstbewusst umherstreifen und Besucher gelegentlich nach einem Shika Senbei (Hirschkeks) anstupsen oder sich durch das Senken des Kopfes ein Leckerlie erbetteln. Dabei vergisst man manchmal, das es sich um Wildtiere handelt.

 

Auch hier sollte man sich auf viele Touristen einstellen.

Todai–ji Tempel und  Kasuga Taisha Schrein

Neben frei herumlaufenden Hirschen beherbergt der Nara Park auch mehrere Tempel und Schreine, darunter den Todai-ji Tempel und den Kasuga Taisha Schrein.

 

Der Todai-ji Tempel (Great Eastern Temple) ist einer der berühmtesten und am historisch relevantesten Tempel in ganz Japan. Er wurde 752 erbaut und mittlerweile zum Unesco Weltkulturerbe ernannt. Er war bis 1998 das größte hölzerne Gebäude der Welt, und das, obwohl bei der Rekonstruktion im Jahre 1692 nur 2/3 der gesamten Tempelgröße rekonstruiert wurden. Im Eingangsbereich, dem Daibutsuden (= Big Buddha Hall), steht eine von Japans größten bronzenen Buddhastatuen mit einer Gesamthöhe von 15 Metern.

Der Buddha ist Riesengroß, wenn man davor steht.  Rechts und links vom großen Buddha sind zwei weitere, etwas kleinere, goldene Buddhas. Außerdem befinden sich noch andere riesige Figuren in der Halle wie z.B. der Komokuten, Lord of the West, der ein Wächter im Shintobuddhismus ist und das Böse vertreibt.

 

Wir spazierten durch ein Waldstück als wir auf einmal an einem Meer von Toro, den japanischen Steinlaternen ankamen, die zu einem Tempel führten, der auf einem kleinen Hügel lag. Insgesamt befinden sich dort ca. 3000 Steinlaternen, die den Weg zum Tempel ebnen. Auch hier waren natürlich die Rehe. Teilweise warteten sie direkt vor den Souvenirshops und hofften auf kleine Leckereien und Überbleibsel.

 

Danach gingen wir zum Kasuga Taisha Schrein. Er ist der berühmteste Schrein in Nara und auch er wurde zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Den äußeren Bereich der Anlage kann man sich kostenlos anschauen, wenn man den inneren Bereich besichtigen möchte, wird Eintritt fällig.